Blog des WuHPS e.V. und der Interessen-
gemeinschaft Heilpraktikerausbildung IG-HPA

 

Juli 2018:

Nun steht der Heilpraktiker-Beruf wieder auf der politischen Agenda!

Im März hatten wir hier im Blog die Aussagen des Koalitionsvertrages unter die Lupe genommen. Wir waren davon ausgegangen, dass wir für unsere Weiterarbeit am Thema noch zwei bis drei Jahre Zeit hätten, bis es dann wieder heiß werden würde – schließlich waren die neuen Leitlinien zur Überprüfung von HP-AnwärterInnen noch nicht mal in Kraft getreten! Das Tempo, mit dem es nun seit April weitergegangen ist, hat uns dann aber doch schon ein wenig überrascht.

Was ist passiert – hier die kurze Chronik der Ereignisse:

  • Diesmal startete die Gesundheitsbehörde Hamburg: Das Land Hamburg forderte bei der 91. Gesundheitsminister-Konferenz (GMK), dass der Bund eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe einrichten soll. (1. Quelle, s.u.)
  • Auf der 91. GMK wurde dann am 21. Juni auch tatsächlich der Beschluss gefasst, diese AG einzurichten mit dem Ziel einer Reform des HP-Gesetzes. (2. Quelle, s.u.)

Wie geht es weiter – hier einige Überlegungen:

  • Solche Arbeitsgruppen sind zwar keine Gremien, in denen Entscheidungen gefällt werden – aber sie leisten einen wichtigen Input für den Gesetzgeber in Berlin. Und durch die Arbeit der Länder und des Bundes an den neuen Leitlinien im Jahre 2017 steht die Infrastruktur sicher noch bereit. Die AG kann also relativ rasch aufgestellt werden und ihre Arbeit aufnehmen. Und das vorgesehene Tempo ist beachtlich: Schon im Juni 2019 sollen die Ergebnisse – also Vorschläge für die Gesetzesreform – vorliegen!
  • Einen direkten oder formalen Vorgang für einen Input von außen, also z.B. durch Verbände, ist bisher nicht vorgesehen. Wenn es so läuft, wie bei der Erarbeitung der neuen Leitlinien, wird das für Verbände wohl – wenn überhaupt – erst zu einem sehr späten Zeitpunkt, beispielsweise wenn ein Gesetzes-Entwurf vorliegt, möglich sein.
  • Ob es dazu kommt oder wie ein solcher Entwurf aussehen könnte, lässt sich derzeit natürlich nur vermuten.

Welche Interessen sind im Spiel – hier eine Liste:

  • Auch auf dem 121. Ärztetag im Mai d.J. stimmte die Ärzteschaft wieder dafür, den Heilpraktikern invasive Maßnahmen und die Behandlung von Krebserkrankungen zu verbieten. (3. Quelle, s.u.)
  • Eine Gruppe von Stakeholdern, darunter Vertreter von Parteien und Gesundheitsfachberufen wollen eine akademische Ausbildung als Voraussetzung für die Ausübung der Heilkunde.
  • Eine weitere Gruppe von eher ideologisch argumentierenden Personen wünschen sich eine Abschaffung des HP-Berufes.
  • Es gibt aber auch Stimmen, die betonen, dass es keinen Handlungsbedarf gibt, da die derzeitigen Regelungen sich bestens bewährt haben.

Was spricht für uns Schulen – ein Blick in die Realität:

Zwar ist eine Ausbildung nicht vorgeschrieben, aber tatsächlich haben die weitaus meisten HeilpraktikerInnen, die für ihre Erlaubnis zur Überprüfung angetreten sind, eine Ausbildung bei einer privaten HP-Schule absolviert – und arbeiten dann in den weitaus meisten Fällen unter Einhaltung des Patientenschutzes zum Wohle ihrer PatientInnen. Die Schulen sind mit ihren Ausbildungen also schon seit Jahrzehnten Garanten für die Qualität der Berufsausübung.

Und was steht nun auf dem Spiel – für die Schulen:

Um den Kopf in den Sand zu stecken und meinen, dass nichts geschehen würde: Dafür ist es definitiv zu spät. Die Kuh steht auf dem Eis – um es mal plakativ zu beschreiben.
Sowohl die Akademisierung wie auch die Abschaffung des Berufes würde für die deutschen HP-Schulen das existenzielle „Aus“ bedeuten. HP-Verbände anerkennen zwar heute in Gesprächen, dass die Schulen wichtig sind. Aber außer unserem Schulen-Verband gibt es niemanden, der die Interessen der Schulen vertritt.

Der Werteverbund:

Es scheint ja so, als wäre die Entwicklung in einem frühen Stadium (vor der Bildung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe), aber das Gegenteil ist der Fall: Die Entwicklung schreitet seit Jahren voran. Und die Erfahrung hat gezeigt, dass vor allem unser, auf einem Konsens vieler Beteiligter basierender Input, Wirkung haben kann. Wir arbeiten schon während der Sommerpause weiter. Und wir möchten Sie, wenn Sie SchulleiterIn oder InhaberIn sind, noch einmal ermutigen, nun doch bald bei uns einzutreten. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Quellen

 

März 2018:

Nun ist sie da, die große Koalition. Wer geglaubt hat, jetzt bleibt alles beim Alten, hat sich getäuscht – zumindest was unseren Heilpraktiker-Beruf angeht. Nachzulesen im Koalitionsvertag auf Seite 100, Zeile 4700 – 4701. Dort steht: „Im Sinne einer verstärkten Patientensicherheit wollen wir das Spektrum der heilpraktischen Behandlung überprüfen.“

Wer die Diskussionen der letzten Jahre – und ich meine nicht die Medienschelte, sondern die politische Ebene – aufmerksam wahrgenommen hat, weiß, was alles hinter diesem Satz steht: Am Ende könnte eine deutliche Einschränkung unserer beruflichen Tätigkeit stehen.

In der Zeile 4689-4690 liest man: „Wir werden die Ausbildung der Gesundheitsfachberufe im Rahmen eines Gesamtkonzeptes neu ordnen und stärken.“ Wer meint, das Heilpraktiker-Gesetz sei davon nicht betroffen, muss sich den deutschen Gesetzes-Kanon dazu genau anschauen. Die von verschiedenen Berufsgruppen, z.B. Physio- und Ergotherapeuten anvisierte erweiterte Heilbefugnis lässt sich ohne Änderungen im HP-Gesetz nicht verwirklichen. Die Diskussionen hierzu gibt es schon seit Jahren! In den folgenden vier Jahren wird es nun ernst.

Positiv zu verzeichnen ist: „Stärken unseres Gesundheitswesens sind die Freiberuflichkeit der Heilberufe, freie Arzt- und Krankenhauswahl, die Therapiefreiheit und gut qualifizierte Gesundheitsberufe.“ (Zeile 4664-4666) Hier können Interessengruppen der Heilpraktiker ansetzen.

Die in Zeile 4521-4527 benannte Bund-Länder-Arbeitsgruppe hat große Aufgaben vor sich, so dass wir uns eventuell nicht betroffen fühlen könnten. Aber auch hier greift der Wille zur Gestaltung sehr weit: So wird hier als Punkt auch die Kooperation der Gesundheitsberufe aufgezählt, was uns wiederum betrifft.

Wir werden in naher Zukunft daran arbeiten müssen, die schon vorhandenen Vorschläge des Werteverbundes unabhängiger Heilpraktikerschulen (WuHPS e.V.) zu ergänzen und noch breiter zu besprechen. Im letzten Jahr hat sich gezeigt, dass vor allem ein Meinungskonsens zur Mitsprache führt. Daran werden wir im Schulenverbund weiter arbeiten und weiterhin mit Heilpraktiker-Verbänden zusammenarbeiten.

Meine persönliche Meinung aus der Arbeit im WuHPS e.V. der letzten Jahre dazu: Kooperation ist erfreulich und es besteht die Chance, unseren Beruf in eine gute Richtung weiter zu entwickeln. In diesem Sinne...

Herzlich
Georg Weitzsch

PS: Natürlich sind wir ca. 25.000 HeilpraktikerInnen und die geschätzten 200 HP-Schulen nur eine Randerscheinung in der großen Politik. Aber wir stehen auf der Agenda.

Hier zum Koalitionsvertrag CDU/CSU/SPD

Dezember 2017:

Am 22.12. hat das Bundesministerium für Gesundheit die «Leitlinien zur Überprüfung von Heilpraktikeranwärterinnen und -anwärtern nach § 2 des Heilpraktikergesetzes in Verbindung mit § 2 Absatz 1 Buchstabe i der Ersten Durchführungsverordnung zum Heilpraktikergesetz» - wie das Dokument offiziell heißt – im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Hier die Datei

Gegenüber dem Entwurf, der den Verbänden, Ländern und anderen vorlag, hat es kaum Änderungen gegeben. Zwei Details seien hier genannt:

  • Im Punkt 2.3 „Bewertung der Überprüfungsleistungen und Bestehen“ heißt es nur noch, dass beim Nicht-Bestehen angenommen wird, dass von der AnwärterIn eine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung oder der PatientInnen ausgeht. Im Entwurf dagegen war noch beschrieben, dass beim Bestehen festgestellt wird, dass keine Gefahr besteht. Der Begriff „Feststellen“ wurde auch an anderen Stellen herausgestrichen. Das war bei der Anhörung dem Vertreter des deutschen Städtetages wichtig, um eine eventuelle Haftung der Amtsärzte auszuschließen.
  • Außerdem sind im mündlich-praktischen Teil der Überprüfung die praktischen Aufgaben nicht mehr als Option, sondern als ein Soll formuliert. Dazu wurde an anderer Stelle auch der Begriff „Demonstration von Fertigkeiten“ aufgenommen.

Die Leitlinien treten am 22. März 2018 in Kraft.

Die Überprüfungen am 21. März werden davon also noch nicht betroffen sein. Überhaupt bleibt abzuwarten, wie rasch die Länder die neuen Leitlinien umsetzen. Nach wie vor sind die Länder bzw. die Gesundheitsämter für die Durchführung verantwortlich. In wie weit sich also bei einzelnen Gesundheitsämtern die Überprüfungspraxis ab Herbst 2018 ändern wird, ist jetzt noch völlig unklar. Als Schulenverbund werden wir uns an der zukünftigen Entwicklung beteiligen und vor Ort das Gespräch mit den zuständigen Gesundheitsämtern und AmtsärztInnen suchen. Wir sind z.B. gespannt darauf, wie bei den Ämtern, die bisher im mündlichen Teil keine praktischen Aufgaben gestellt haben, in Zukunft die Leitlinien umgesetzt werden sollen. Wir werden weiter berichten.

 

Oktober 2017:

Am 26.10.2017 fand in Bonn beim Bundesministerium für Gesundheit eine Anhörung zum Entwurf der neuen Leitlinien für HP-AnwärterInnen statt. Geladen waren Vertreter der Bundesländer, der HP-Verbände, des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, der Bundesärztekammer und weitere. Natürlich war auch der Werteverbund unabhängiger Heilpraktikerschulen vertreten.

In konstruktiver Atmosphäre konnten die Vertreter ihre schriftlichen Stellungnahmen näher erläutern und weitere Vorschläge einbringen. Die drei anwesenden Vertreter des Ministeriums nahmen die Vorschläge mit, um in weiteren Arbeitsschritten die neuen Leitlinien endgültig zu formulieren und mit den Bundesländern abzustimmen. Inwieweit die Vorschläge der Verbände und Organisationen dabei berücksichtigt werden, lässt sich während einer Anhörung natürlich nicht erkennen.

Die neuen Leitlinien werden zum Jahresende 2017 im Bundesanzeiger veröffentlicht und treten drei Monate später in Kraft.

 

Zwei Ereignisse im September...

sind für die weitere Entwicklung der HP-Berufsausbildung von Bedeutung: 1. Das Wahlergebnis zum Bundestag und 2. der Entwurf zu den neuen Leitlinien zur HP-Überprüfung. In diesem Artikel berichten wir über letzteres, da dies eine hohe zeitliche Relevanz hat.

Am 28. September hat der WuHPS vom BMG den Entwurf zugesandt bekommen,
zusammen mit der Möglichkeit, dazu schriftlich bis zum 13.10. und am 26.10. bei einer Anhörung Stellung zu nehmen. Eine kommentierte Zusammenfassung lesen Sie hier.

Mit uns wurden insgesamt 25 Verbände und Organisationen eingeladen.
Darunter befinden sich die fünf Verbände des Dachverbandes deutscher Heilpraktiker sowie fünf weitere, kleinere HP-Verbände. Außerdem wurden der deutsche Städte- und Landkreistag als Vertreter der unteren Verwaltungsbehörden, die für die Durchführung der Überprüfungen zuständig sind, sowie die Bundesärzte- und Psychotherapeutenkammer eingeladen. Die an der sektoralen HP-Erlaubnis interessierten Physiotherapeuten sind durch vier Verbände vertreten. Zusätzlich wurden auch die Spitzenverbände der Heilmittelverbände, der gesetzlichen und der privaten Krankenkassen eingeladen.

Der WuHPS ist also die einzige Stimme, die dort explizit die Ausbilder vertreten wird.
Wir skizzieren hier zunächst unsere Haltung zum Entwurf, an dem übrigens schon die Länder beteiligt waren.

Der vorliegende Entwurf findet im Gesamten gesehen unsere Zustimmung.
Die wichtigen Punkte unseres Entwurfes für einen zukünftigen Kompetenz-Katalog sehen wir verwirklicht. Bei der Darstellung der geforderten Kenntnisse und Fertigkeiten hätten wir uns eine detailliertere Beschreibung gewünscht und beim Setting der mündlich-praktischen Überprüfungen bleiben Fragen offen. Die Schulen des WuHPS und der IG HP-Ausbildung werden sich nun vertieft mit dem Entwurf befassen und eine gemeinsame Stellungnahme erarbeiten.

Wenn Sie als SchulleiterIn noch nicht mit dabei sind,
können Sie sich jetzt an uns wenden. Wir freuen uns auf Ihren Input oder Ihre Mitarbeit.

Und nun noch kurz zum ersten Punkt,
wir haben schon die nächste Etappe im Blick: Vermutlich wird es noch eine Weile dauern, bis man in einem Koalitionsvertrag der regierungsbildenden Parteien nachlesen kann, wie die Gesundheitspolitik der nächsten Legislaturperiode aussehen wird. Erst dann werden wir ersehen können, welche Aufgaben und Möglichkeiten vor uns liegen.

Wir bereiten uns schon vor:
Im ersten Quartal 2018 werden wir ein Schulen-Treffen organisieren, bei dem die großen Fragen des zukünftigen Berufsbildes und der Ausbildung besprochen werden sollen. Dazu werden alle Schulen eingeladen. Aber wir sind natürlich über weitere Verbunds-Eintritte sehr froh. Immer mehr Schulen erkennen, dass eine starke eigene Vertretung wichtig ist. Lassen Sie uns zusammenarbeiten!

 

Februar 2017:

Der Bundestag hat das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung verabschiedet. Es wird in großen Teilen im März 2017 in Kraft treten. LogopädInnen, PodologInnen, Physio- und ErgotherapeutInnen erhalten, zunächst in Modellvorhaben, die Möglichkeit, Auswahl, Dauer und Frequenz der Therapien selbst zu bestimmen. Ärzte stellen nur noch sogenannte "Blankoverordnungen" aus. Damit ist für diese Berufsgruppen ein Schritt in Richtung der unabhängigen Ausübung der Heilkunde gemacht worden.

 

Januar 2017:

Stellungnahme des Werteverbundes unabhängiger Heilpraktikerschulen (WuHPS) e.V.zur geplanten Änderung der Leitlinien zur Überprüfung von Heilpraktiker-AnwärterInnen

Der Bundestag verabschiedete im Dezember 2016 das Pflegestärkungsgesetz. Dabei wurde auch eine Überarbeitung der Leitlinien zur Überprüfung von Heilpraktiker-AnwärterInnen beschlossen. Die Überarbeitung soll bis zum 31.12.2017 unter Federführung des Bundes mit Beteiligung der Länder abgeschlossen sein und am 01.01.2018 in Kraft treten. Die neuen Leitlinien werden damit erstmals für die Überprüfungen im März 2018 gelten.

Grundsätzlich begrüßen wir eine Vereinheitlichung und Konkretisierung der Leitlinien sehr. Dies schafft eine große Sicherheit bei den Heilpraktiker-AnwärterInnen und führt zu einem einheitlichen Qualitätsniveau.

Der Heilpraktiker-Beruf genießt seit Jahrzehnten eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz und Anerkennung. Heilpraktiker-Praxen sind ein wichtiger Teil der medizinischen Grundversorgung und stellen ein komplementäres oder alternatives Therapieangebot als notwendige Ergänzung zur konventionellen Medizin zur Verfügung. Kein anderer medizinischer Berufsstand wendet die Naturheilkunde und Ganzheitsmedizin so konsequent und erfolgreich an wie der Heilpraktikerstand. HeilpraktikerInnen verwenden weitestgehend nebenwirkungsarme Medikamente und Therapien. Sie arbeiten heutzutage häufig im Niedrigst-Risikobereich, z.B. bei der Therapie von ChronikerInnen mit klarer Diagnose. Naturheilkundliche Behandlungen eignen sich hervorragend zur Prävention, zur Behandlung von Kindern und chronisch Erkrankten. PatientInnen genießen bei heilpraktischen Behandlungen einen hohen Schutz und Sicherheit. Da es kaum Behandlungsfehler bei HeilpraktikerInnen gibt (bis auf wenige Ausnahmen, wie in jedem Beruf), sind die Haftpflichtprämien sehr niedrig.

Diese in Europa einmalige Möglichkeit eines nicht-akademischen Zugangs zur Heilkunde ist eine deutsche Erfolgsgeschichte. Sie muss erhalten bleiben. Die Leistungen der HeilpraktikerInnen werden in der Regel privat gezahlt und entlasten damit die gesetzlichen Krankenkassen. Die Therapieangebote sind zweckmäßig, wirtschaftlich und dauerhaft wirksam. Diese Leistungsbilanz zeigt, dass sich das bisherige System der Vorbereitung auf den Beruf und der Überprüfung bewährt hat und keiner grundlegenden Änderung bedarf. Die Vorbereitung auf den Beruf findet überwiegend an einer Schule statt, auch das hat sich bewährt.

Wir setzen uns für ein zukunftsweisendes Berufsbild, für klare Prüfungskriterien und für die Beibehaltung der freien Therapiewahl ein.

Wir sind der Meinung, dass die Erarbeitung eines Kompetenz-Katalogs der wichtigste nächste Schritt ist. Mit einem ausgearbeiteten Vorschlag, den möglichst viele Player unterstützen, kann man an die entsprechenden Länderministerien und an das Bundesministerium herantreten.

Aufgrund einiger Gespräche haben wir festgestellt, dass es unterschiedliche Haltungen dazu gibt, ob die Therapien, die in Heilpraktiker-Praxen angewendet werden, in irgendeiner Form in die Richtlinien mit aufgenommen werden sollen oder nicht. Wir wollen dieser Diskussion hier nicht vorgreifen, sind aber der Meinung, dass auch dafür ein vorab entstanderer Konsens, egal ob in die eine oder in die andere Richtung, hilfreich wäre. Ähnlich steht es mit den Ausbildungen. Wir freuen uns auf offene Gespräche.

 

November 2016:

Aktionsbündnis zum Erhalt des Heilpraktikerberufs

Die aktuellen Bestrebungen, das Heilpraktikergesetz zu reformieren, gibt es schon seit 2011 (siehe z.B. Petition 19784 an den Bundestag). Als Werteverbund unabhängiger Heilpraktikerschulen halten wir Reformpläne grundsätzlich für wünschenswert, wenn z.B. ein verbindlicher Gegenstandskatalog für die HP-Überprüfung erarbeitet würde. Leider ist aber nicht zu erkennen, dass sich die Dinge in diese Richtung entwickeln. Im Gegenteil: Die Sorge ist berechtigt, dass der Heilpraktikerberuf in seiner heutigen Form verschwindet könnte. Deshalb sollten wir alle sehr aufmerksam sein.

Mit der Medienberichterstattung um den Tod mehrerer Krebspatienten bei einem Heilpraktiker in Brüggen seit Sommer d.J. und dem sich daran anschließenden Antrag der FDP im Landtag von NRW und der Anfrage der GRÜNEN im Bundestag erreichte die öffentliche Interpretation des Heilpraktikerberufes als Problem ihren vorläufigen Höhepunkt.

Bei einem eigens dazu einberufenen Arbeitstreffen des WuHPS haben wir alle Fakten und Einschätzungen zusammengetragen. Wir haben dabei erneut festgestellt, dass seit geraumer Zeit „unter dem Radar“ der Öffentlichkeit in den Gesundheitsministerien, Gremien und Parteien von Bund und Ländern über erhebliche Änderungen nachgedacht wird. Als Fachschulen für die HP-Ausbildung wollen wir uns verstärkt dafür einsetzen, dass der Heilpraktikerberuf auch in Zukunft in seiner freien Ausübung bestehen bleibt.

Dafür suchen wir Bündnispartner – solche, die dieses Anliegen unterstützen und sich gemeinsam an der öffentlichen und politischen Aussprache beteiligen wollen. Und damit sich alle Menschen, Organisationen und Schulen, denen die HP-Ausbildung am Herzen liegt, beteiligen können, haben wir die Interessengemeinschaft Heilpaktikerausbildung IG-HPA ins Leben gerufen. Für Treffen und Organisation stellen wir gern unsere Ressourcen zur Verfügung.

Unsere grundsätzliche Haltung, die wir beim o.g. Arbeitstreffen beschrieben haben, lautet:

Die gegenwärtige Entwicklung nutzen, um lang gehegte Wünsche zu verwirklichen.

Ein offenes, zukunftsweisendes Berufsbild, einen Gegenstandskatalog für die Kernkompetenzen der Ausbildung, klare Prüfungskriterien und Beibehaltung der freien Therapiewahl.

Dateien zum Thema

Juli 2018

Quellen zum Blogeintrag: Entschließung 121. Ärztetag, Mai 2018 und Beschluss der 91. GMK, Juni 2018

Dezember 2017

Die neuen Leitlinien zur Überprüfung von HP-AnwärterInnen im Bundesanzeiger

September 2017

Kommentierte Zusammenfassung des Entwurfes des BMG für die neuen Leitlinien zur Überprüfung der HP-AnwärterInnen

April 2017

Situation der HeilpraktikerInnen in der Schweiz: Was können wir daraus lernen? (Artikel in: Wir.Heilpraktiker, II/2017)

Februar 2017

Rundmail des WuHPS e.V. an HP-Schulen in Deutschland

Pressemitteilung des BMG zur neuen Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz

Januar 2017

Erster Entwurf eines Kompetenz-Kataloges Heilpraktiker

Dezember 2016

Auszug Drucksache des Bundestages. Änderung des HP-Gesetzes

November 2016

Anschreiben des WuHPS an die Heilpraktikerschulen

Anschreiben des WuHPS an die Heilpraktikerverbände

September 2016

Antrag der FDP im Landtag NRW

Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage der Grünen

Sommer 2016

Auszüge aus dem deutschen Ärzteblatt

Auszug aus der Ergebnisniederschrift Konferenz der Gesundheitsminister der Länder

Petition 2012/13

Petition-Text

Antwort des Bundestages

Artikel der Naturärztevereinigung Schweiz

Leitlinien vom 2. September 1992

Uns liegen zwei Versionen der damals vom Bundesministerium für Gesundheit entworfenen Leitlinien für die Überprüfung von Heilpraktikeranwärtern vor. Die meisten Bundesländer haben ihre Verwaltungsvorschriften darauf basierend formuliert.

Leitlinien, PDF-Datei

Leitlinien 02.09.1992

Leitlinien 1989

Bericht Bundesregierung zum Beschluss des Bundesrates

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